Das TOBALIE Tierschutz-Siegel

Artgerecht, Transparent & Tierschutzkonform. 

Das zeichnet TOBALIE-geprüfte Dienstleistungen & Produkte aus:

Als unabhängige und zentrale Anlaufstelle für TierhalterInnen etabliert TOBALIE erstmalig ein länderübergreifendes Siegel zur Kennzeichnung artgerechter sowie tierschutzkonformer Produkte und Dienstleistungen in Europa. Dieses ermöglicht KonsumentInnen, diese sofort zu erkennen und sorgenfrei in Anspruch zu nehmen. 

Allgemeine Richtlinien & Branchenspezifische Kriterien

Das Siegel, orientiert sich an neuen, wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie dem österreichischen Bundesgesetz über den Schutz der Tiere (TSchG) und schafft völlige Transparenz für TierhalterInnen und DienstleisterInnen. Diese werden durch TOBALIE auf die nachfolgenden allgemeinen sowie branchenspezifischen Richtlinien geprüft und bei erfolgreich bestandenem, fachspezifischen Test in das TOBALIE-Netzwerk aufgenommen. TOBALIE führt neben fachspezifischen Tests auch kontinuierliche, unangekündigte Qualitätskontrollen durch. Kommt es während dem Testverfahren oder bei einer Qualitätskontrolle zu einem Widerspruch mit den allgemeinen oder branchenspezifischen Richtlinien von TOBALIE, gilt es, das Tierschutz-Siegel von Dienstleistungen und Produkten abzuerkennen.

Somit wird das Siegel ausschließlich an geprüfte ExpertInnen und Produkte vergeben, welche sowohl die nachfolgenden allgemeinen Kriterien als auch diejenigen innerhalb ihrer Branche in vollem Umfang erfüllen.

Allgemeine Richtlinien

Branchenübergreifend legt TOBALIE folgende Richtlinien fest:

Fachliche Qualifikation & Rechtliche Richtlinien

  • Eine fundierte Ausbildung im jeweiligen Arbeitsfeld wird vorausgesetzt, ebenso wie freiwillige regelmäßige Fort- und Weiterbildungen. Ebenfalls muss eine Gewerbeberechtigung im jeweiligen Tätigkeitsbereich vorliegen.
  • Die ausgeübte Tätigkeit dient dem Wohl der Tiere, dabei wird eine artgerechte und tierschutzkonforme Arbeitsweise vorausgesetzt.
  • Grundkenntnisse über den Organismus und die Anatomie des Tieres sowie über das Lesen und Deuten vom Ausdrucksverhalten der Tiere wird ebenso wie das Besitzen und Beachten von Rassekenntnissen vorausgesetzt.

Verantwortungsbewusstsein & seriöses Auftreten

  • Besonderen Wert wird auf einen respektvollen, verantwortungsvollen sowie einfühlsamen Umgang mit Mensch und Tier gelegt, welcher garantiert, dass niemand durch Fahrlässigkeit oder aus Vorsatz gefährdet wird.
  • Kann dem/der TierhalterIn innerhalb des eigenen Aufgabenbereiches nicht ausreichend geholfen werden, wird an eine/n geprüfte/n ExpertIn verwiesen.
  • Wird ein medizinisches Anliegen vermutet, muss ein/e Tierarzt/Tierärztin zu Rate gezogen werden, damit eventuell vorliegende medizinische Ursachen immer in Absprache mit einem/r dafür ausgebildeten FachmedizinerIn behandelt werden.
  • Liegt eine Verletzung des Tieres vor bzw. wird ein medizinischer Zusammenhang vermutet, werden die TierhalterInnen unverzüglich verständigt und das Tier von einem Tierarzt versorgt.
  • Es wird darauf geachtet unnötige Stresssituationen für das Tier zu vermeiden.

Persönliche, individuelle Beratung

  • Der/die TierhalterIn wird zu jedem Zeitpunkt über das aktuelle Geschehen, angewandte Methoden und damit einhergehende Grenzen informiert, es wird über Alternativen aufgeklärt und gemeinsam das weitere Vorgehen abgestimmt.
  • Es dürfen keine Heilversprechen hinsichtlich der zu erwartenden Wirkungen der Beratungen oder Behandlungen gegeben werden, dies wäre unseriös.
  • Zu keinem Zeitpunkt wird von der nervlichen Belastung der TierhalterInnen für persönliche Zwecke Gebrauch gemacht.

Ausschlusskriterium im Rahmen der allgemeinen Richtlinien:

  • Es werden Methoden oder Hilfsmittel angewandt, welche dem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden oder es in schwere Angst versetzen.
  • Tiere werden als Sache angesehen und dem Menschen gegenüber als untergeordnet und minderwertig angesehen.
  • Ausnutzung der Tiere, um sich persönlich zu bereichern.

Branchenspezifische Richtlinien

Basierend auf den allgemeinen Richtlinien legt TOBALIE für die jeweilige Branche nachfolgende, berufsspezifische Richtlinien fest:

TiertrainerInnen

Die branchenspezifischen Richtlinien für TiertrainerInnen basieren auf den allgemeinen Richtlinien des TOBALIE Tierschutz-Siegels und müssen gleichermaßen erfüllt sein.

  • Arbeiten gewaltfrei, auf Belohnung basierend und mit positiver Verstärkung.
  • Lehnen jede Form von aversiven Trainingsmethoden strikt ab.
  • Kenntnisse über die Lerntheorien sowie über die verschiedenen Trainingsformen.
  • Trainieren individuell, auf das jeweilige Tier und den Tierhalter angepasst.
  • Der Trainingsstand und die Erfahrungen des jeweiligen Tieres werden in Hinblick auf den weiteren Trainingsplan berücksichtigt.
  • Zur Erstellung der Trainingspläne werden die jeweilige Lebensphase, der damit verbundene Energiestoffwechsel, das physische Erscheinungsbild sowie die individuellen Bedürfnisse des Tieres berücksichtigt.

TierbetreuerInnen

Die branchenspezifischen Richtlinien für TierbetreuerInnen basieren auf den allgemeinen Richtlinien des TOBALIE Tierschutz-Siegels und müssen gleichermaßen erfüllt sein.

  • Besitzen Erfahrung im Umgang mit der zu betreuenden Tierart.
  • Besitzen eine gültige Haftpflichtversicherung.
  • Besprechen mit dem Halter ausführlich die Routine, das Verhalten und ggf. Unverträglichkeiten des zu betreuenden Tieres und halten sich strikt an die Angaben während der gesamten Betreuung.
  • Pflegen einen liebevollen, gewaltfreien Umgang mit Mensch und Tier.
  • Zeichnen sich durch Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit aus.
  • Gewährleisten Sauberkeit unter Anwendung von für Tiere geeigneten Reinigungsmitteln, während der gesamten Betreuungszeit (z.B. Reinigung der Ess- und Trinkbehältnisse sowie Schlaf- und Aufenthaltsräume).
  • Bei der Betreuung mehrerer Tiere wird darauf geachtet, nur Tiere gemeinsam zu betreuen, welche sich vertragen und gesund sind.
  • Werden mehr als fünf Tiere gleichzeitig betreut, muss ein/e zweite/r TierbetreuerIn anwesend sein.

TierfriseurInnen

Die branchenspezifischen Richtlinien für TierernährungsberaterInnen basieren auf den allgemeinen Richtlinien des TOBALIE Tierschutz-Siegels und müssen gleichermaßen erfüllt sein.

  • Lehnen den Einsatz von Galgen (jegliche Schlingenartige Befestigung vor allem im Kopf -und Halsbereich. Halsband, Schlingen, etc.) und Föhnbox ab.
  • Kennen die Unterschiede der verschiedenen Fellarten.
  • Können das Fell nach dem Rassestandard des FCI schneiden.
  • Tasthaare werden nicht gekürzt oder abrasiert. (Ausnahme: verwahrloste Tiere bei denen keine andere Möglichkeit besteht)

TierernährungsberaterInnen

Die branchenspezifischen Richtlinien für TierernährungsberaterInnen basieren auf den allgemeinen Richtlinien des TOBALIE Tierschutz-Siegels und müssen gleichermaßen erfüllt sein.

  • Weisen vertiefte Kompetenzen zu jeder Fütterungsart auf und können angepasst an den individuellen Nährstoffbedarf des Tieres feststellen, welche Fütterungsart in welcher Zusammensetzung notwendig bzw. gesundheitsförderlich ist.
  • Verfügen über das notwendige Wissen der genauen Deklaration sowie der einzelnen Inhaltsstoffe und analytischen Bestandteile von Tiernahrung.
  • Achten in ihrer Beratung auf den Zusammenhang zwischen Ernährung, Krankheiten bzw. Verhalten beim Tier und ziehen gegebenenfalls einen Tierarzt hinzu.
  • Bei der Futterzusammenstellung bzw. Erstellung eines Futterplans wird auf die jeweilige Lebensphase und den damit verbundenen Energiestoffwechsel, das physische Erscheinungsbild sowie die individuellen Bedürfnisse des Tieres eingegangen.

TierenergetikerInnen

Die branchenspezifischen Richtlinien für TierenergetikerInnen basieren auf den allgemeinen Richtlinien des TOBALIE Tierschutz-Siegels und müssen gleichermaßen erfüllt sein.

  • Respektvolles Arbeiten mit Mensch und Tier.
  • Die Tiere werden zu nichts gezwungen oder gedrängt, deren Bedürfnisse werden zu jedem Zeitpunkt berücksichtigt.
  • Energetische Aufträge werden ausschließlich von dem/der TierhalterIn des jeweiligen Tieres entgegengenommen.
  • Sämtliche Informationen, welche im Gespräch gewonnen werden, unterliegen der Vertraulichkeit und werden nicht an Dritte weitergegeben.
  • Es wird eine gemeinsame Lösung erarbeitet, die sowohl für Mensch als auch für das Tier zufriedenstellend ist.

TiermasseurInnen

Die branchenspezifischen Richtlinien für TiermasseurInnen, PhysiotherapeutInnen & ChiropraktikerInnen basieren auf den allgemeinen Richtlinien des TOBALIE Tierschutz-Siegels und müssen gleichermaßen erfüllt sein.

  • Kenntnisse über die Physiologie und den Bewegungsapparat des Tieres werden vorausgesetzt.
  • Arbeiten gewaltfrei, auf Belohnung basierend und mit positiver Verstärkung.
  • Lehnen jede Form von aversiven Trainingsmethoden ab.
  • Trainieren individuell, auf das jeweilige Tier und den Tierhalter angepasst.
  • Es werden die jeweilige Lebensphase, das physische Erscheinungsbild sowie die individuellen Bedürfnisse des Tieres berücksichtigt.

TierärztInnen, PhysiotherapeutInnen & ChiropraktikerInnen

Tierärztinnen und Tierärzte sind durch eine staatlich anerkannte, universitäre Ausbildung zur medizinischen Betreuung und Behandlung von Tieren qualifiziert. Weitergehende Richtlinien sind daher nicht erforderlich und ermöglichen die Nutzung des TOBALIE Partner-Siegels.

TierbestatterInnen

  • Einfühlsame Beratung.
  • Würdevoller Umgang mit den Tierkörpern.
  • Bei einer Einzelkremierung garantiert der/die TierbestatterIn eine reine Asche vom jeweiligen Tier.

Tierbedarf

  • Verkauf von artgerechtem Futter und Zubehör
  • Achten auf Qualität
  • Individuelle Beratung

KünstlerInnen

  • Liebevoller Umgang mit Mensch und Tier
  • Es wird auf das Wohl des Tieres geachtet (Pausen einlegen, etc.)

Tier -heime, -asyle, -gnadenhöfe

  • Beratung zur Adoption eines Tieres
  • Liebevoller Umgang mit Mensch und Tier
  • Es wird auf das Wohl des Tieres geachtet
  • Bewilligung gemäß Tierschutzgesetz (Österreich § 31 (1))

Urlaubsunterkünfte

  • Es wird auf Hygiene und Sauberkeit geachtet
  • Liebevoller Umgang mit Mensch und Tier
  • Es wird auf das Wohl der Tiere geachtet
  • Hunde sind gern gesehene Gäste

Hundefreundliche Gemeinden

  • Bei Fragen rund ums Thema Hundehaltung werden TOBALIE-Expertinnen und Experten zu Rat gezogen.
  • Hunde sind willkommen und es wird über das Thema aufgeklärt, um ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Sowohl für HundehalterInnen als auch BürgerInnen ohne Hund werden Infomaterialien zu Verfügung gestellt. Die meisten Unfälle mit Hunden sind vermeidbar, wenn die Körpersprache beachtet und die Vierbeiner artgerecht gehalten werden. Darum ist es wichtig Informationen über diese zu vermitteln.
  • Es werden hundefreundliche Ausflugsziele, wie etwa Museen, Parks, Gaststätten angeboten, in denen Hunde willkommen sind.
  • Hundefreundliche Infrastruktur (Badeplätze, Kotbeutelspender, Hundeauslaufflächen, Trinkbrunnen, etc.). Ausgenommen werden Hundezonen unter 2000m², da diese nicht groß genug sind, um den Tieren genügend Auslauf und Platz zu bieten, um sich gegebenenfalls aus dem Weg zu gehen und Bissunfälle zu vermeiden. Idealerweise sind Hundezonen über 3000m² groß, geteilt in zwei Bereiche (große/kleine Hunde), bieten Schatten- und Trinkwasserplätze, sind gepflegt, haben verschiedene Untergründe (Wiese, Sand, Kies, Steine, etc.) und bieten den Hunden Beschäftigungsmöglichkeiten (etwa durch Sandkisten zum Buddeln, Holzstämme zum Klettern, etc.). Alternativ Flächen, an denen Hunde sich frei bewegen dürfen. Je nach Verhältnis von EinwohnerInnen zu gemeldeten Hunden werden individuelle Maßstäbe festgelegt.
  • Die hundefreundliche Infrastruktur wird online den BürgerInnen und TouristInnen zur Verfügung gestellt. Die Onlinemap ist auf der Gemeindehompage integriert oder kann durch Verlinkung zur TOBALIE-Map angeboten werden (Tobalie | Pet Map | Hundezonen und mehr). Die Standortdaten müssen aktuell gehalten werden.

Aberkennung des TOBALIE Tierschutz-Siegels

Bei folgenden Punkten wird das Siegel aberkannt und darf nicht mehr genutzt werden.

  • Verstoß bzw. nicht Einhaltung einer oder mehrerer Richtlinien.
  • Ausscheiden als TOBALIE- NetzwerkpartnerIn.
  • Nicht bestehen bzw. Verweigerung einer Qualitätskontrolle.