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Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung

Dieser Artikel wurde von TOBALIE in Zusammenarbeit mit Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung verfasst.

Zug fährt ab! Mein Hund fährt mit. Für manche HundehalterInnen gehört es zur täglichen Routine öffentliche Verkehrsmittel mit Hund zu benutzen, für manche ist es eher die Ausnahme. Grundsätzlich ist jeder Hund in den österreichischen Öffis willkommen und darf mitfahren, allerdings sollten gewisse Regeln und Pflichten eingehalten werden. Welche das sind und welche Maßnahmen für eine stressfreie Fahrt gesetzt werden sollten, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Was zahlt ein Hund im Zug?

Muss ich für meinen Hund einen Fahrschein lösen? Das kommt drauf an: Wenn es sich um einen Assistenzhund (Blinden- Service- Signalhund) handelt und dieser im Behindertenpass vermerkt wird, darf dieser kostenlos mitgeführt werden.

Das gilt auch für kleinere Hunderassen, die in geschlossenen (artgerechten!) Transportboxen verwahrt werden.

BesitzerInnen einer Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel müssen für ihren Hund auch kein extra Ticket kaufen. Alle anderen Vierbeiner benötigen ein Halbpreisticket (Beispiel Wien: 1,20 Euro, Stand 2020).

Welche Hunde müssen im Zug einen Maulkorb tragen?

Informiere dich über die Hausordnung des Zuges, Busses, Straßenbahn oder mit welchem öffentlichen Verkehrsmittel du regelmäßig fährst.

Innerhalb der öffentlichen Verkehrsmittel (auch Gleise, Bahnhöfe, etc.) gilt das Hausrecht. Bei den Wiener Linien besagt dieses derzeit, dass dein Schützling angeleint und einen Beißkorb tragen muss (Ausnahme: Assistenzhunde).

Wie stressig ist Zugfahren mit Hund? Woran erkenne ich Stress?

Das kann man natürlich nicht pauschalisieren. Jeder Hund ist ein Individuum und geht mit Stress anders um. Manche scheinen völlig relaxt während der Fahrt zu sein, einige sind extrem unruhig oder ängstlich. Achte auf folgende Stresssignale:

  • Verstärktes Hecheln, Speicheln und Gähnen
  • Flache, schnelle Atmung
  • Nervosität und Zittern, Schütteln
  • Geduckte Körperhaltung, nach hinten angelegte Ohren
  • Eingezogene Rute
  • vermehrte Beschwichtigungssignale
  • Winseln und Bellen

Bedenke die vielen Eindrücke (Gerüche, Lärm, Menschenmassen, Temperatur, …) die dein Hund verarbeiten muss.

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Wie kann ich meinem gestressten Hund helfen?

Stress kann verschiedene negative Auswirkungen auf den Hundeorganismus haben. Neben den körperlichen Effekten, vor allem bei länger andauerndem Stress, ist es natürlich kein schönes Gefühl für deinen Liebling.

Wie kannst du deinen besten Freund nun unterstützen? Die Devise lautet: Prävention statt Symptombehandlung.

Öffentliche Verkehrsmittel mit Hund zu fahren muss geübt werden. Wenn dein Hund in gewissen Situationen zu Stress neigt, ist es empfehlenswert diese Situationen vorab zu trainieren.

  • Das Anlegen eines Beißkorbes, an der Leine gehen, ruhig sitzen bleiben, Lifte benutzen, also all die Dinge, die auf deinen Liebling in den Öffis zukommen, müssen im Vorfeld trainiert werden. Kein Meister fällt nämlich vom (Hunde)Himmel. Unter dem Link – Erfolgreiches Hundetraining: Der Weg ist das Ziel- kannst du Informationen über artgerechtes Training einholen oder kontaktiere einen qualifizierte/n HundetrainerIn.
  • Beginne dein Training außerhalb der Stoßzeiten Schritt für Schritt.
  • Auch schlecken wirkt beruhigend. Eine Schlecktube kann also gleichzeitig belohnend und beruhigend wirken.
  • Bleibe selbst ruhig. Bist du angespannt überträgt sich das auf deinen Liebling.
  • Kennt dein Hund Deckentraining, kann ihm die gewohnte Decke Sicherheit geben und er weiß gleichzeitig wo er sich hinlegen soll.
  • Ebenso kann es hilfreich sein das Gleichgewicht zu trainieren. Etwa auf Wackelbrettern übt der Hund seinen festen Stand.

Wo ist der beste Platz beim Zugfahren mit Hund?

Das hängt von der Größe deines Lieblings ab. Hast du einen kleinen Hund kannst du ihn auf deinen Schoß nehmen oder am besten unter deinem Sitz liegen lassen. Dort kann ihm auch niemand so leicht draufsteigen. Vor allem in vollen Öffis werden unsere Hunde leider oft übersehen. Achte also darauf, dass ihm keiner auf seine Pfoten oder Rute tritt. Große Hunde brauchen im Liegen oft viel Platz, was zu Missmut der anderen Fahrgäste führen kann. Am besten dein Liebling setzt sich knapp zu dir oder zwischen deine Beine.

Ob dein Hund liegt oder sitzt hängt also vom vorhandenen Platz und der Körpergröße ab.

Auf was du noch achten solltest:

  • Dein Hund sollte nicht zu anderen Fahrgästen laufen.
  • Andere Fahrgäste sollten deinen Hund nicht streicheln! Denn so fällt es deinem Schatz schwer zu lernen, dass er ruhig bei dir bleiben soll und die Öffis kein Spielplatz sind.
  • Nein dein Hund muss sich nicht alles gefallen lassen. Sprich also für ihn und sage klar nein, wenn ihn jemand füttern, streicheln oder andere Hunde spielen wollen.
  • Rolltreppen fahren kann für deine Fellnase gefährlich sein! Denn die Pfoten können sich beim Ausstieg leicht einklemmen. Benutze also lieber die Stufen oder den Aufzug.
  • Manche Öffis haben unter dem Sitz eine Heizung, achte darauf, dass sich dein Hund nicht verbrennt und wechsle bei Bedarf den Sitzplatz.
  • Balance. Ja richtig, manchen Hunden fällt es schwer in einem fahrenden Bus das Gleichgewicht zu halten. Das kannst du mit einer/m HundefitnesstrainerIn trainieren.
  • Achte auf die Bedürfnisse deines Lieblings!
Zugfahren mit Hund

Fazit

Wenn man sich an gewisse Regeln hält, ist es kein großes Problem öffentliche Verkehrsmittel mit Hund zu nutzen. Neben den allgemeinen Regeln wie Fahrschein, Beißkorb und Leine, sollte auf jeden Fall das Wohl des Tieres im Mittelpunkt stehen. Es sind ganz schön viele Eindrücke, an die sich der Hund erst gewöhnen muss. Nimm dir also genügend Zeit zu üben. Gute Fahrt!