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Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung

Dieser Artikel wurde von TOBALIE in Zusammenarbeit mit Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung verfasst.

Wenn man Hund und Mensch bezüglich der Sinne gegenüberstellt, lässt sich sagen, dass Hunde uns im Riechen und Hören deutlich überlegen sind, der Seh– und Geschmackssinn ist jedoch im Vergleich weniger stark ausgeprägt. Wie sieht das beim Tastsinn von Hunden aus, kann man hier auch einen Vergleich wagen? Diese Frage und welche Funktion der Tastsinn beim Hund nachkommt, kannst du hier nachlesen.

Tastsinn von Hunden

Der Tastsinn ist der Sinn, der sich zuallererst entwickelt. Gerade geborene Welpen können weder sehen noch hören und auch der Geruchssinn ist noch nicht zur Gänze entwickelt. Sie orientieren sich hauptsächlich mit dem Tastsinn, um an die Zitzen ihrer Mama zu kommen. Berührungen werden, wie beim Menschen, vor allem über die Haut wahrgenommen. Auf ihr befinden sich zwei verschiedene Rezeptoren und zwar jene für den Oberflächenkontakt und jene für Druck. Erstere befinden sich direkt unter der Haut und werden durch Bewegungen der Haare stimuliert. Die Rezeptoren für Druck liegen etwas tiefer unter der Haut. Vor allem die Hundenase und Lippen reagieren besonders stark auf Druck, da dort die meisten Sinnesnerven enden.

Über die Pfoten werden vor allem Vibrationen wahrgenommen und der Untergrund erforscht. Im Unterschied zum Menschen haben Hunde sogenannte Vibrissen, die besser bekannt sind als Tasthaare. Diese sind dicker als normale Haare und reichen auch tiefer in die Haut. Sie befinden sich auf der Schnauze, den Augenbrauen, unter dem Kinn und bei manchen an den Beinen und Ohren. Diese Tasthaare dienen dem Hund quasi als Warnsystem, um vor allem in der Dunkelheit, an keine Objekte zu stoßen. Sie sind so sensibel, dass es nur eines Lüftchens bedarf, um diese Tastrezeptoren zu reizen. Sie können damit Distanzen messen und bekommen Informationen über ihre Umwelt. Fehlen dem Hund diese „Antennen“ oder werden sie abgeschnitten wird er oft unsicher, ängstlich und bewegt sich komisch, da ihm eine Art der Wahrnehmung fehlt.

Hunde verfügen Großteiles über Kälterezeptoren, lediglich auf der Nase sind sie mit Wärmerezeptoren ausgestattet. Diese dienen einem Welpen dazu, seine Mama zu finden und ist damit evolutionsbedingt zu erklären. Wenn sich der Hund zum Beispiel verbrennt werden diese Reize nicht als Wärme, sondern als Schmerzreiz zum Gehirn geleitet. Denn sie können, wie alle Lebewesen, Schmerzen empfinden. Liegt dein Hund also gerne in der Sonne achte darauf ihn bei Bedarf in den Schatten zu führen, da er nicht wahrnimmt wie heiß es wirklich ist. Steigt die Körpertemperatur zu stark, können gesundheitliche Probleme auftreten. Auch die Pfoten verbrennen im Sommer auf heißem Asphalt schnell, denn der Hund zeigt erst Schmerzen, wenn Verbrennungen vorhanden sind, davor ist auch hier die Hitze des Bodens für ihn nicht wahrnehmbar.

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Berührung verbindet

Nicht nur wir Menschen sind soziale Lebewesen, auch unsere geschätzten Hunde lieben und brauchen die Nähe zu Artgenossen und zu ihren Menschen. Über Berührungen gehen Hunde soziale und emotionale Bindungen ein. Durch Berührung, wie ausgiebiges Streicheln oder Kontaktliegen, wird nicht nur die Bindung zum Tier an Menschen und umgekehrt natürlich intensiviert, es ist auch nachgewiesen, dass Berührungen beim Hund Ruhe und Gelassenheit sowie Zufriedenheit auslöst. Dabei wird das „Kuschelhormon“ Oxytocin ausgeschüttet.

Eine zärtliche Fellpflege, wie zum Beispiel Bürsten, hat natürlich die gleiche entspannende Wirkung auf deinen Liebling (vorausgesetzt er kennt und mag das).  Auch die Beziehung zu Artgenossen wird durch Berührung und Nähe verstärkt.

Achte darauf, ob und welche Berührungen deinem Hund in welcher Situation angenehm ist und zwinge ihn nicht zu intensivem Kontakt.

Tastsinn Hund - Hundepfoten

Fazit

Ob der Tastsinn bei Mensch oder Hund stärker ausgeprägt ist, kann man per se nicht sagen. Was man aber sagen kann ist, dass der Tastsinn bei allen Lebewesen der Orientierung und der sozialen Bindung dient. Das bedeutet, je intensiver der Körperkontakt zu deinem geliebten Freund ist, desto entspannter und glücklicher ist dieser. Und ganz ehrlich, bei uns Menschen ist es doch nicht anders. Schöne und kuschlige Stunden.