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Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung

Dieser Artikel wurde von TOBALIE in Zusammenarbeit mit Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung verfasst.

Die Nase eines Hundes ist wahrlich ein Meisterwerk der Natur. Der Geruchssinn von Hunden ist sehr ausgeprägt und ihr wichtigstes Sinnesorgan, um sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Hundenasen sind nicht nur dazu fähig Gerüche aufzunehmen, sie dienen auch zur Befeuchtung, Erwärmung und vor allem zur Reinigung der eingeatmeten Luft. Des Weiteren ist der beste Freund des Menschen nicht nur ein Meister im Aufspüren von Nahrung, ihr Schnüffler findet auch leicht einen passenden Geschlechtspartner, aber auch vor Rivalen oder drohender Gefahr wird rechtzeitig gewarnt.

Die Papillen der Nase sind ähnlich, wie der menschliche Fingerabdruck einzigartig.

Unsere vierbeinigen Lieblinge können um einiges besser riechen als der Mensch. Was das bedeutet, wird anhand dieses Beispiels veranschaulicht:  Stelle dir ein Fußballfeld vor, dass voll mit Sand aufgeschüttet wird. Unsere Supernasen sind in der Lage ein einzelnes Sandkorn herauszuschnüffeln. Faszinierend, nicht wahr? Auch riechen sie die einzelnen Komponenten (z.B. nicht Schokotorte, sondern Kakao, Milch, Mehl, Eier, …). Es ist auch kein Wunder, warum wir Hunde als wahre Schnüffelmeister bei der Polizei, im Katastrophenschutz oder etwa in der Medizin einsetzen.

Welche Hunde können am besten riechen?

Im Allgemeinen kann man sagen, je länger die Schnauze eines Hundes, desto besser ist der Geruchssinn. Da ist ein deutscher Schäferhund deutlich im Vorteil, wenn man seine Riechleistung mit der eines Mops vergleicht. Je nach Größe, Rasse und Länge der Schnauze, ist die Hundenase mit bis zu 210 Millionen Riechzellen ausgestattet (Mensch ca. 5 Mio.). Das macht in etwa 8 Quadratmeter Riechschleimhaut aus, der Mensch hat gerade einmal 0,5 Quadratmeter. Wie du siehst, stinken wir Menschen hier redensartlich ziemlich ab. Brachiozephale (kurzschnäuzige) Hunderassen sind klar im Nachteil, da ihnen einfach der Raum für größere Nasenmuscheln fehlt. Je größer die Nasenmuschel, desto größer ist die Fläche zur Aufnahme der einströmenden Duftmoleküle. 

Wie funktionier der Geruchssinn von Hunden?

Über die Nasenlöcher werden, die in der Luft enthaltenden Duftmoleküle, aufgenommen und in die Nasenhöhle und deren sogenannten Nasenmuscheln weiter transportiert. Dort treffen sie auf die Riechschleimhaut, die mit immens vielen Flimmerhaaren (Zilien) und Nervenzellen ausgestattet ist (Riechepithel). Auch schwache Duftmoleküle werden dort extrem verstärkt. Über den Riechnerv werden die Informationen dann in weiterer Folge an das Gehirn gesendet, wo die Gerüche verarbeitet werden. Der Bereich des Gehirns, welcher für das Riechen verantwortlich ist, macht bei einem Hund ungefähr 10% aus, beim Menschen hingegen gerade einmal 1%.

Die eingeatmete Luft verweilt auch länger in der Hundenase, beim Menschen wird die Luft direkt in die Lunge weiter transportiert. Hat ein Hund eine Fährte aufgenommen, kann er bis zu 300 Atemzüge pro Minute machen. Ein weiterer Vorteil dem Menschen gegenüber ist, dass Hunde ihre Nasenlöcher separat voneinander (stereo) bewegen können und somit die Richtung eines Geruchs besser Orten können. Eine große Leistung die der Geruchssinn von Hunden vollbringt.

Knauders Best - SCHNÜFFELRASEN

Farbe: grün/braun

Artikel-Nr.: 1420-001

 

Maße:      ca. 60cm x 60cm

Material: 100% Polyester

Pflege:    40° waschbar

Liebevolle Handarbeit aus der EU

Wissenswertes zum Geruchssinn von Hunden

  • Das Jacobson´sche Organ liegt zwischen der Nasenöffnung und dem Gaumen. Auch in diesem kleinen “Kanal” befinden sich Riechzellen, welche direkt mit dem Riechhirn und dem limbischen System (Verarbeitung von Emotionen, Ausschüttung von Endorphinen) verbunden sind. Dadurch sind Hunde in der Lage (menschliche) Emotionen zu riechen, dies geschieht durch die Ausschüttung diverser Pheromone beim Menschen und Artgenossen. So können sie detaillierte Informationen über andere Hunde herausfiltern. Wie zum Beispiel, ob der Hund gesund war der hierher gepinkelt hat oder ob die Hündin läufig war. Wenn du einen Rüden hast, kennst du das ausführliche schmatzen und klappern bestimmt.
  • Durch Drüsen in der Hundenase wird die Nase stets feucht gehalten, um die Duftmoleküle besser aufnehmen zu können.
  • Nasenarbeit macht Durst, da die Nasenschleimhaut beim schnellen Schnüffeln austrocknet. Halte immer genügend Wasser parat.
  • Hunde können mögliche epileptische Anfälle beim Menschen, Krebszellen, Diabetes und viele weitere Krankheiten riechen. Durch gezielte Ausbildung warnen sie uns und unterstützen uns im Alltag, wenn wir mit einer Krankheit leben.
  • Hündinnen haben meist einen ausgeprägteren Geruchssinn als Rüden und farblich dunklere Rassen sind den helleren auch etwas überlegen.
  • Hunde haben eine klare Vorstellung davon, was sie riechen. Nehmen sie eine Fährte auf, „sehen“ sie quasi vor ihrem geistigen Auge, was sie am Ende der Spur erwartet.  
  • Das vegetative (unbewusste) Nervensystem ist eng mit der Geruchsempfindung verbunden. Somit beeinflussen Gerüche Emotionen und umgekehrt.
  • Unter die Erde reicht der Geruchssinn etwa 3 Meter tief. So kann jede Maus leicht aufgestöbert werden.
  • Bis zu 8 Meter tief können sie unter die Schneedecke riechen. Darum sind Lawinensuchhunde so wichtig bei der Bergrettung.

Fazit

Hunde haben eindeutig die Nase vorne! Der Hund ist ein Nasentier, das über einen überaus starken und präzisen Geruchssinn verfügt. Ohne diesen wäre ein Hund in seinen sozialen Fähigkeiten und in der Nahrungsfindung stark eingeschränkt. Unsere vierbeinigen Freunde sind uns durch ihre besonderen Fähigkeiten eine immense Hilfe, sei es in der Drogenfahndung oder beim Finden von Lawinenopfern. Überdies sind sie auch in der Lage unsere Empfindungen zu erschnüffeln. Eine sich daraus ergebende berechtigte Frage ist, ob wir Menschen uns wirklich an kurzschnäuzig-gezüchteten (Brachiozephalen) Rassen erfreuen sollten, da diese oft in ihrem Geruchssinn, ihrer Atmung und somit in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt sind.