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Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung

Dieser Artikel wurde von TOBALIE in Zusammenarbeit mit Nathalie Sari - Tiertraining & Verhaltensberatung verfasst.

Nicht alles, was für uns Menschen verträglich und gesund ist, tut auch unseren Tiere gut. Leider sind viele für uns alltägliche Nahrungsmittel für unsere Haustiere giftig und können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Welche Nahrungsmittel für unsere Tiere giftig sind, erfährst du hier.

Nahrungsmittel

Schokolade

Genauer gesagt der Kakao, dieser enthält Theobromin. Hunde und Katzen können es nicht aufspalten können. Faustregel: Die tödliche Dosis an Theobromin liegt zwischen 100 und 300 mg/kg Körpergewicht. Je dunkler die Schokolade, desto gefährlicher für das Tier. Bitterschokolade enthält ca. 16mg/g, Kakaopulver sogar 26g/g. Eine 100g Tafel kann demnach für kleine Tiere lebensbedrohlich sein.
Symptome: Kreislaufbeschwerden, Zittern, Durchfall, erhöhter Puls, Unruhe, Krampfanfälle bis zum Atemstillstand.

Weintrauben Und Rosinen

Welcher Wirkstoff genau für die Vergiftung verantwortlich ist, ist noch nicht bekannt. Doch bereits 10g/kg Körpergewicht führen zu Symptomen wie Durchfall, Erbrechen, erhöhte Kalziumwerte und zum Nierenversagen.

Avocados

In der gesamten Avocadopflanze ist Persin enthalten. Dieses kann zu Durchfall, allgemeine Schwäche und Unruhe, Husten, Atemnot, Herzmuskelschäden hervorrufen und zum Tod führen. Außerdem können durch den hohen Fettgehalt Bauchspeicheldrüsenentzündungen entstehen. Der Kern kann bei verschlucken zum Darmverschluss führen.

Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch und andere Lauchgewächse

Zwiebel- und Knoblauchgewächse enthalten unter anderem N-Propyldisulfid und Allylpropylsulfid (Schwefelverbindungen). Sie zerstören die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut (Hämolyse-Blutarmut).

Kaffee, schwarzer-und grüner Tee

Darin enthalten sind Coffein (v.a. Methylxanthin), Theophyllin und Theobromin, diese können von den Tieren nicht verstoffwechselt werden. Schon 80mg/kg Körpergewicht Coffein kann tödlich sein. 100ml Kaffee enthalten 60-100mg schwarzer Tee etwa die Hälfte. Symptome sind Herzrasen, Muskelzittern, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, Nierenprobleme, neurologische Schäden und lebensgefährliche Herzrythmusstörungen.

Leber

Diese ist ein guter Vitamin A Lieferant. In kleinen Mengen unbedenklich führt eine Bedarfsüberschreiten zu einer Hypervitaminose (Überversorgung). Wird also zu viel Leber oder Lebertran gefüttert treten häufig Hautprobleme und Fellverlust auf. Auch können Erbrechen, Muskelkoordinationsstörungen und Knochenveränderungen die Folge von zu viel Vitamin A sein.

Schweinefleisch

Ist das Schweinefleisch (bekannt bei Wildscheinen) mit dem Aujetzky-Virus infiziert und wird roh oder schlecht gegart (unter 60°) gefüttert, kann dies tödliche Folgen haben. Erste Symptome sind Juckreiz, Erbrechen, Unruhe, Appetitlosigkeit, Fieber, Gehirn- und Rückenmarksentzündung. 24-36 Stunden später kann der Tod eintreten. Auch Schweinewurst oder Schinken sind demnach nicht für Tiere geeignet. Rohes Schweinefleisch kann auch mit Trichien, Bandwürmern, Salmonellen oder Toxoplasmose belastet sein.

Knochen

Diese sind per se nicht giftig, können aber lebensgefährlich werden. Knochen sollten niemals gekocht gefüttert werden. Denn diese splittern und führen zu inneren Blutungen oder zum Darmverschluss. Vor allem von Röhrenknochen ist hinsichtlich der Splittergefahr abzuraten. Zu viele Knochen können zu Verstopfung und Magen-Darmverschluss führen. Auch besteht die Gefahr Zähne, Maul oder Speiseröhre zu verletzen.

Rohes oder getrocknetes Geflügelfleisch

Rohes Fleisch, gerade von Geflügel, muss wegen der Salmonellengefahr gut gegart werden. Vor allem durch Tiersnacks aus China kann das Fanconi-Syndrom ausgelöst werden. Dieses führt zu einer fortschreitenden Nierenfunktionsstörung.

Rohe Eier

Hier besteht die Gefahr einer Salmonelleninfektion. Außerdem kann es zur Fehlversorgung kommen. Das Avidin und Trypsininhibitoren im Eiklar kann die Verdauung wichtiger Nährstoffe behindern (Aufnahme von Vitamin B7 und H).

Alkohol

Das darin enthaltene Ethanol führt schon bei geringen Mengen zu einer Alkoholvergiftung. Symptome sind Erbrechen, Leberschäden, Koordinationsstörungen, Atemnot, Koma, Tod.

Nüsse

Macadamia-Nüsse enthalten Amygdalin, welches die Zellatmung blockiert und lebensbedrohlich enden kann. Bereits 4 Nüsse können zu Erbrechen, Fieber, Lähmungen und Krämpfen führen. Mandeln enthalten Blausäure, welches als Nervengift wirkt. Walnüsse sollten nur reif und ohne Schale gegeben werden. Unreife Nüsse können mit dem Pilz Penicillium crustosum befallen sein. Es bildet ein Gift namens Roquefortin C und führt ähnlich wie Strychnin zu schweren Krampfanfällen und Erbrechen.

Rohe Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, …)

Diese enthalten Solanin (v.a. in den grünen Teilen enthalten), welches die Schleimhäute schädigt. Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Krämpfe und Atemlähmung.

Rohe Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Kichererbsen, …)

Diese enthalten Phasin, welches die Proteinbiosynthese im Dünndarm hemmt und zu Erbrechen, Bauchkrämpfen und blutigen Durchfällen führt. Durch Kochen wird das Phasin unschädlich gemacht.

Milch und Milchprodukte

Diese sind zwar nicht giftig für die Tiere, doch können erwachsene Tiere den Milchzucker (Laktose) nicht verdauen (Laktoseintoleranz). Dazu benötigt man das Enzym Laktase, welches die Tiere nicht besitzen. Sobald die Tiere von der Muttermilch entwöhnt sind wird dieses Enzym nicht mehr produziert, es sei denn es wurden immer weiterhin Milchprodukte Angeboten. Ansonsten kommt es zu Blähungen, Durchfällen und Erbrechen. Milchprodukte, wie Naturjoghurt, werden von einigen Tieren in begrenzten Mengen vertragen.

Energy-Drinks (Cola, Redbull, coffeinhaltige Getränke)

Die gefährlichen Inhaltsstoffe sind Coffein und Methylaxanthin. Diese führen zu hohem Blutdruck und Puls, verengten Blutgefäßen, verminderter Reizschwelle der Nerven im Gehirn, Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krampfanfällen, Herzrythmusstörungen und zum Tod.

Obstkerne

Vor allem in Steinobstkernen (Kirschen, Zwetschken, Äpfel, Marillen, …) ist viel Blausäure enthalten. Bei Zerbeißen und Verschlucken der Kerne werden die Gifte freigesetzt, welche zu schweren neurologischen Störungen führen.

Xylit (Birkenzucker)

Dieser führt bei Tieren zu einer starken Ausschüttung von Insulin. Beim Abfallen des Blutzuckerspiegels führt es zur gefährlichen Hypoglykämie (Unterzuckerung). Leberschäden und Leberversagen kann die Folge sein. Erste Anzeichen sind Erbrechen, Schwäche, Bewegungsstörungen und Krampfanfälle. 3-4g/kg Körpergewicht gelten als lebensbedrohliche Dosis.

Gewürzte, geräucherte oder konservierte Lebensmittel

Tiere sollten grundsätzlich nichts Gewürztes zu Fressen bekommen. Diese belasten Leber und Niere. Die Sinne werden stark gereizt und es kommt zu Durchfall und Erbrechen.

Verdorbene Lebensmittel

Tiere vertragen durch ihre Magensäure zwar mehr als wir Menschen, trotzdem sollten halbvolle Näpfe entleert und verdorbene Lebensmittel nie gefüttert werden. Denn diese sind ein Brutherd für Bakterien und können im schlimmsten Fall zu einer Lebensmittelvergiftung führen.

Pflanzen

Zimmerpflanzen

– Agave
– Aloe Vera
– Alpenveilchen
– Amaryllis
– Azalee und Rhododendron
– Begonie
– Birkenfeige,alle Ficusarten
– Buntwurz (Kaladium)
– Calla
– Christusstern, Christusdorn
– Chrysantheme
– Chilli
– Clivie
– Datura
– Dieffenbachie
– Drachenbaum
– Efeu
– Efeutute
– Einblatt
– Flamingoblume
– Fensterblatt
– Geranie
– Gummibaum
– Herzblatt
– Hortensie
– Hyazinthen
– Kalachoe
– Lilien
– Mistel
– Oleander
– Orchideen
– Passionsblume
– Palmfarn
– Philodendron
– Strahlenaralie
– Yucca Palme
– Weihnachtsstern
– Wunderbaum (Rizinus)

Gartenpflanzen

– Blauer Eisenhut
– Buchsbaum
– Buschwindröschen
– Eibe
– Engelstrompete
– Eisenhut
– Fingerhut
– Flieder
– Geißblatt
– Geranie
– Gladiole
– Goldregen
– Herbstzeitlose
– Hortensie
– Kirschlorbeer
– Krokus
– Maiglöckchen
– Mohn
– Narzissen
– Oleander
– Pilze
– Rittersporn
– Rhododendron
– Riesenbärenklau
– Schierling
– Schöllkraut
– Seidelbast
– Thuja (Lebensbaum)
– Tulpen
– Tollkirsche
– Wacholder
– Zeder

Häufige Symptome:

  • Apathie
  • Blut im Kot-, Harn, -Erbrochenem, Speichelfluss
  • Krämpfe, Zittern
  • Koordinationsstörungen
  • blasse Schleimhäute
  • Leber- und Nierenschäden
  • Herzrythmusstörungen
  • Atemnot
  • Ohnmacht
  • Tod.

Es gibt natürlich noch viele weitere giftige Pflanzen. Passe immer auf, dass dein Tier keine Pflanzen anknabbert, denn gerade Katzen neigen dazu Pflanzen zu fressen. Was ist noch giftig für Tiere?

Sonstiges:

Zigaretten, Zigarettenstummel und Rauch

Das darin enthaltene Nikotin ist giftig. Schon 5-20g getrockneter Tabak können tödliche Auswirkungen haben. 1 Zigarette enthält ca. 1g. Symptome einer Nikotinvergiftung sind Erbrechen, Krämpfe, Speicheln, Bewegungsstörungen, Zittern, schnelle Atmung, erhöhte Herzfrequenz und Kreislaufkollaps. Auch Langzeitbelastungen durch Zigarettenrauch können erhebliche gesundheitliche Folgen wie Asthma, Bronchitis und Krebs haben.

Medikamente

Medikamente, die für den Menschen bestimmt sind, können für Tiere giftig sein.
Z.B.  Aspirin: Organschäden, in hoher Dosis tödlich Paracetamol: Magenblutung, Leberschäden Ibuprofen: Orientierungsstörungen, Erbrechen Diclofenac: Erbrechen, Durchfall, Blutungen. Medikamente sollte also immer gut verschlossen und außer Reichweite aufbewahrt werden. Sprich jede Medizin die du deinem Tier geben möchtest vorher mit deinem Tierarzt ab!

Putzmittel

Putzmittel können Allergien auslösen. Bei Aufschlecken oder gar Verschlucken von Seifen, Waschpulver und Co reagieren die Tiere, je nach Mittel, mit Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Bläschen und Schaum vorm Maul, Kreislaufkollaps, Leberschäden.

Schneckenkorn, Pflanzendünger, Pflanzenschutzmittel

Darin enthalten sind unter anderem Carbamaten, Organophosphaten, Metaldehyd, Organchlorverbindungen, welche zu Atemnot, Husten, Durchfall, Erbrechen, Krämpfe, Lähmungen, Bewegungsstörungen, Speichelfluss, Zittern, Fieber, Herzrythmusstörungen bis zum Tod führen.

Rattengift

Oft im Keller oder entlang von Hausmauern. Enthält Strychnin, Brodifacoum, Warfin, Difenacoum, Clorphacion, Coumachlor. Die Blutgerinnung wird durch das Gift blockiert. Symptome Zeitverzögert 2-4 Tagen manchmal auch bis zu 2 Wochen nach Aufnahme. Atembeschwerden, Zittern, Krämpfe, innere Blutungen, Schwäche, blutiger Durchfall und Erbrechen, Schleimhäute blass oder blutend, Blutungen aus allen Körperöffnungen, bis zum Tod.

Wie du einer Vergiftung reagieren solltest

Die Vergiftungserscheinungen können also verschieden ausfallen. Deswegen achte darauf ob dein Tier sich anders verhält und Symptome auftreten. Warte nicht zu lange, auch hier gilt besser einmal zu viel zum/r Tierarzt/ärztin als einmal zu wenig. Hast du gesehen was dein Tier aufgenommen hat, nimm die Verpackung mit oder mache ein Foto und fahre so schnell wie möglich zum/r nächsten Tierarzt/ärztin. Bewahre Ruhe, gib deinem Tier Sicherheit und rufe deine/n Tierarzt/ärztin oder eine/n Nottierarzt/ärztin an. Dieser kann die Situation einschätzen und dir die weiteren Schritte sagen. Bitte behandle deinen Liebling nicht selbst, im schlimmsten Fall kann das tödlich enden.

Um gar nicht in so eine Situation zu kommen sind hier Vorsichtsmaßnahmen wichtig. Verstaue alles gut, was für dein Tier schädlich sein kann. Trainiere ein Abbruchsignal wie zum Beispiel „Aus“, Tiertrainer/innen (Pet Map) beraten dich gerne dazu. Hast du einen Garten, achte darauf mit welchen Mitteln du arbeitest. Auch zu Hause behalte die Inhaltsstoffe in Reinigungsmittel im Auge. Am besten putzt du mit einem Dampfreiniger und verwendest natürliche Produkte.

FAZIT

Vieles was wir Menschen gerne essen oder verwenden, ist giftig für Tiere. Achte also darauf nichts liegen zu lassen, was schädlich für deinen Liebling sein kann. Auch im Haushalt und Garten, solltest du auf die Produkte achten die du verwendest.